In Gedenken an mein
Knödelchen,
der einen ganz eigenen Charakter, aber sehr anhänglich war.
Knödelchen war ein Streuner, lief in sehr weitem Umfeld umher und
wurde an einer Schnellstraße überfahren. Wir fanden ihn am kommenden Morgen mit einem gebrochenen Genick....

Mein Knödelchen,
kleiner süßer Knödel, so habe ich dich oft genannt. Seltsamerweise hörtest Du auf diesen Namen, der eigentlich kein kein Name für dich war. Mein Knödelchen ich fand dich fast Zeitgleich mit dem Tiger auf einem Bauernhof in Nörtig, wo wir ein kleines Haus bewohnten. Am Tag unseres Einzuges saßt Du auf der Fußmatte unserer Haustüre, ließest dich aber nicht anfassen. Du warst auch so dünn und schüchtern und es war draußen so bitter kalt, dass ich dich am liebsten gleich mit ins Haus genommen hätte. Du hattest einen Knick im Unterkiefer, durch einen nicht gut zusammengewachsenen Bruch, dadurch hattest Du immer deine Zunge ein wenig hinaushängen, was uns so oft zum Lachen brachte, wenn Du uns die "Zunge rausstrecktest".
Mein liebes Knödelchen Du warst von Anfang an ein kleiner Streuner, so lieb wie Du warst, so wundervoll Du schmusen konntest, aber Du hast uns sooft in Angst versetzt, wenn ich dich weitab von unserem Haus über die Felder laufen sah. Die gefährliche Schnellstraße am Waldrand überquertest und lange ist dein Schutzengel bei dir gewesen, bis auf einmal, da hat er dich wohl alleine gelassen.
Als Du gegen Ende Februar, fast 8 Wochen nach Tigers verschwinden am Nachmittag noch einmal hinaus wolltest, ließ ich dich unbedarft in den Garten und schaute dir noch hinterher, wie Du der Wilden Katze die immer zum Fressen kam in den Wald gefolgt bist.
Ich konnte mich immer darauf verlassen, dass Du vor Dunkelheit wieder zurück warst und vor der Haustüre saßt, die ich vom Wohnzimmerfenster aus sehen konnte. Den ganzen Abend wartete ich auf dich und schaute immer wieder aus dem Fenster, aber du kamst nicht. Ich habe dann im Wohnzimmer geschlafen, damit ich dich höre wenn Du an der Türe bist und als Du am nächsten Tag immer noch nicht kamst, wusste ich das was passiert sein musste. Gerhard fuhr dann die Schnellstraße ab und suchte nach dir. Er fand dich auch und als er unterwegs war, dich zu suchen fand ich auf deiner Decke ein Schnurrhaar. Irgendetwas in mir sagte mir, dass ich dich nicht mehr lebend wiedersehen würde und kurz darauf kam Gerhard und hatte dich am Straßenrand gefunden. Du hattest die Fahrbahn schon fast überquert, als dich scheinbar der Wagen traf. Du warst auf den Nachhauseweg als es passierte.
Wir haben so sehr geweint um dich und Fleckchen versuchte dich anzustupsen, aber Du warst schon tot mein Schatz. Ich habe dir ein schönes Grab gemacht mit Steinen und Blumen drauf, habe lange um dich geweint. Du warst ein so lieber kleiner Kerl und ich hoffe Du bist inzwischen bei Tiger. Leb wohl mein kleiner Schatz, bis wir uns wiedersehen.